Tuesday, October 24, 2006

Freitag war in Vorbereitung des Diwali-Festes (auch deevali, deepavali) frei. Der Tag wurde zu Erholungszwecken genutzt. Am Abend bekamen wir dann einen ersten Vorgeschmack auf das Feuerwerk: ein amuse oreille, wenn man so will.
Eine solche nicht konzertierte Ballerei habe ich noch nicht erlebt. Es faellt auch schwer zu beschreiben. Ich will es so sagen: das was bei uns ein siebzehnjaehriger Betrunkener beim Sylvesterfest der freiwilligen Feuerwehr verballert, das verbraucht hier ein Fuenfjaehriger!
Ich will gar nicht wissen, was indische betrunkene freiwillige Feuerwehrleute hierzulande tun, vermutlich zuenden sie Rohrbomben.
Die Raketen (groesstenteils mit Feuerwerksmoersern von privat abgeschossen) waren nicht besonders ausgefallen, aber die Gesamtmenge war enorm.
Am naechsten Tag lief tagsueber alles glatt. Man waehnte sich zwar im Beirut der 80er Jahre, aber ein Frontkaeffchen auf der Dachterasse half ueber vieles hinweg.

Am Abend kam dann die Volloffensive. Ich dachte, die Pakistani seien da. Indien feuerte aus allen Rohren. Auf der Terasse war ueber drei Stunden kein zusammenhaengendes Gespraech moeglich.
Interessante Parallele: wenn (im Prinzip lobenswert) deutsche Gutmenschen und Apfelbaeumchenpflanzer mit Eritrea-Miene "Brot statt Boeller" propagieren, dann sollen die mal dahin fahren, wo wir das Brot hinliefern sollen. Hier fliegt die Kuh naemlich ganz weit oben. Und auch der, dessen Tagesziel hier in Kalorien gemessen wird, schmeisst freudestrahlend im Kreise seiner Mitmenschen Sprengsaetze durch die Gegend.
Und denkt gar nicht an die Kollegen in Burkina Faso, ts..ts...ts! Wie kann man nur so mit seiner Umwelt umgehen?


Abends waren wir schon wieder im Bike&Barrel, der Bar im R. Towers. Leider ausschliesslich indische Musik. Die ist zwar eigentlich sehr schoen, aber man muss sich etwas dran gewoehnen. Leider auch viel zu laut (O GOTT! Das ich das jemals sagen wuerde!)!
Nette junge Leute (das hoert ja nicht mehr auf!) brachten mir bei, wie in Indien zu solcher Musik getanzt wird.
Bisschen auf den Turban gingen mir zwei fette chinesische Hu....tverkaeuferinnen, die mir auf die Pelle rueckten. Gott sei Dank folgten die zum Ende des Abends einem aelteren Iren aufs Zimmer. Einen Musterkoffer hatten sie nicht dabei. Soda und Gomorrhom!

Am Sonntag ruhte ich.
Leider waren Telefonkontakte in die Heimat seit einigen Tagen durch den Todesstern erschwert worden, der sich in meinem Handy eingenistet hatte. Aus unerfindlichen Quellen sammelte sich schwarze Fluessigkeit in der Mitte meines eigentlich Autokino-tauglichen Displays und bildete da eine kreisrunden Fleck, der immer groesser wurde und alles verschlang. Am Sonntag war es dann so weit, mein Handy gab sich entgueltig die Kugel.

Ein Nachfolgemodell war bereits ausgeguckt, nur musste ich noch durch ca 10-15 Laeden laufen, und ueberall feilschen. Mit den entsprechenden "Mein-letztes-Wort"-Angeboten konfrontierte ich dann den naechsten Verkaeufer. So bekam ich das Geraet, statt des zuerst eingeholten Angebots von 13200 Rupien incl. Steuern das Ganze+ Schale fuer 10403 Rupien. 3 Rupien wurden mir erlassen. Grosszuegige Menschen hier ("Halsabschneider, Wucherer Wegelagerer, Strauch-UND Tagediebe, Ausbeuter, Schlitzohren,..schimpf...rohrspatz...")!
Mit diesem Geraet bin ich aber wenigstens sehr zufrieden. Gut, gell?

0 Comments:

Post a Comment

<< Home